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Schlafstörungen und Schlaflosigkeit: Ursachen, Symptome und was hilft

Chaghaf Redaktion
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Schlafstörungen und Schlaflosigkeit: Ursachen, Symptome und was hilft

Schlafprobleme kennt fast jeder. Eine einzelne schlechte Nacht ist normalerweise kein Grund zur Sorge. Werden Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen jedoch regelmäßig, beeinträchtigen sie häufig die Erholung und den Alltag. Fachleute sprechen dann von einer Insomnie oder Schlafstörung. [1]

Typisch sind langes Wachliegen am Abend, häufiges Erwachen während der Nacht oder ein zu frühes Erwachen am Morgen. Am folgenden Tag können Müdigkeit, Erschöpfung, Reizbarkeit und Konzentrationsprobleme hinzukommen. [1]

Was sind Schlafstörungen?

Unter einer Insomnie versteht man anhaltende Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen beziehungsweise mit einem zu frühen Erwachen, die mit einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens oder des Alltags einhergehen. Eine chronische Schlafstörung liegt nach gängigen Definitionen vor, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum regelmäßig auftreten. [1] [2]

Wie viel Schlaf ein Mensch benötigt, lässt sich dagegen nicht auf eine einzige Zahl festlegen. Der individuelle Schlafbedarf hängt unter anderem vom Alter ab. Für Erwachsene werden häufig mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht als Richtwert genannt; gleichzeitig unterscheiden sich die Bedürfnisse von Mensch zu Mensch. [3]

Deshalb ist nicht allein die Anzahl der geschlafenen Stunden entscheidend. Wichtiger ist auch, ob der Schlaf als erholsam empfunden wird und ob man sich tagsüber leistungsfähig fühlt.

Typische Symptome von Schlaflosigkeit

Schlafstörungen können sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Häufig treten mehrere Beschwerden gleichzeitig auf.

  • Schwierigkeiten beim Einschlafen
  • häufiges Aufwachen während der Nacht
  • langes Wachliegen nach nächtlichem Erwachen
  • sehr frühes Erwachen am Morgen
  • das Gefühl, trotz ausreichender Bettzeit nicht erholt zu sein
  • Tagesmüdigkeit und Erschöpfung
  • Probleme mit Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Reizbarkeit oder eine gedrückte Stimmung

Die Beschwerden können den Alltag deutlich belasten. Betroffene fühlen sich tagsüber häufig müde und weniger leistungsfähig. Auch die Sorge vor einer weiteren schlechten Nacht kann selbst zu einer zusätzlichen Belastung werden. [1]

Welche Ursachen haben Schlafstörungen?

Schlaflosigkeit hat nicht immer nur eine einzige Ursache. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen. Dazu gehören psychische Belastungen, körperliche Beschwerden, bestimmte Medikamente und ungünstige Schlafgewohnheiten. [1]

Stress, Sorgen und psychische Belastungen

Beruflicher oder privater Stress kann den Schlaf erheblich beeinträchtigen. Auch Ängste, anhaltendes Grübeln oder belastende Lebensereignisse können dazu führen, dass das Abschalten am Abend schwerfällt. Depressionen und Angststörungen können ebenfalls mit Schlafproblemen verbunden sein. [1]

Körperliche Erkrankungen und Beschwerden

Schmerzen, nächtlicher Harndrang, Hitzewallungen oder andere körperliche Beschwerden können den Schlaf unterbrechen. Auch Erkrankungen wie Schilddrüsen-, Herz- oder Lungenerkrankungen können mit Schlafproblemen verbunden sein. Bei bestimmten Beschwerden kommen zudem Schlafapnoe oder das Restless-Legs-Syndrom als mögliche Ursachen infrage. [1]

Medikamente und Genussmittel

Auch bestimmte Medikamente können den Schlaf beeinflussen. Dazu gehören unter anderem einige Arzneimittel gegen Depressionen. Koffein kann ebenfalls den Schlaf erschweren. Alkohol ist als vermeintliches Einschlafmittel dagegen keine gute Lösung: Zwar kann er zunächst müde machen, gleichzeitig kann er den Schlaf unruhiger und weniger erholsam machen. [1]

Unregelmäßiger Schlafrhythmus und Schichtarbeit

Wechselnde Schlafenszeiten, Nachtarbeit und häufige Veränderungen des Tagesrhythmus können den Schlaf-Wach-Rhythmus belasten. Auch Reisen über mehrere Zeitzonen hinweg kann vorübergehend zu Schlafproblemen führen. [1]

Wer ist besonders häufig betroffen?

Schlafprobleme können grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten. Sie nehmen jedoch unter anderem mit zunehmendem Alter zu. Auch Frauen sind häufiger von Schlafproblemen beziehungsweise Insomnie betroffen als Männer. [1]

Darüber hinaus können hormonelle Veränderungen, beispielsweise während der Menopause, sowie Stress, Schichtarbeit oder psychische Belastungen eine Rolle spielen. [1]

Welche Folgen können Schlafstörungen haben?

Kurzfristig führt schlechter Schlaf häufig zu Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsproblemen. Wenn Schlafprobleme länger anhalten, können sie die Lebensqualität und den Alltag deutlich beeinträchtigen. [1]

Lang anhaltende Insomnie steht außerdem mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen in Zusammenhang. Dazu gehören insbesondere psychische Belastungen; auch Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden beschrieben. Dabei bedeutet ein Zusammenhang nicht automatisch, dass die Schlafstörung allein die jeweilige Erkrankung verursacht. [1]

Auch die Aussage, dass Schlafmangel zwangsläufig zu Übergewicht führt, sollte nicht zu pauschal formuliert werden. Schlaf, Ernährung, Bewegung und zahlreiche weitere Faktoren beeinflussen das Körpergewicht.

Was hilft bei Schlafstörungen?

Bei gelegentlichen Schlafproblemen können Veränderungen der Schlafgewohnheiten sinnvoll sein. Dazu gehören ein möglichst regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus, eine ruhige Schlafumgebung und der Verzicht auf koffeinhaltige Getränke zu später Tageszeit. Auch Entspannungstechniken können einen Versuch wert sein. [4]

  • möglichst regelmäßig aufstehen und zu ähnlichen Zeiten schlafen gehen
  • erst ins Bett gehen, wenn Müdigkeit vorhanden ist
  • das Bett möglichst für Schlaf und Ruhe nutzen
  • Koffein am späten Tag reduzieren
  • Alkohol nicht als Einschlafhilfe verwenden
  • vor dem Zubettgehen ausreichend Zeit zum Abschalten einplanen
  • Entspannungstechniken wie Atemübungen oder progressive Muskelentspannung ausprobieren
  • tagsüber für angemessene Bewegung sorgen

Solche Maßnahmen können hilfreich sein, ersetzen bei einer ausgeprägten oder anhaltenden Insomnie jedoch nicht automatisch eine gezielte Behandlung. [4]

Kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie

Bei einer chronischen Insomnie gilt die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie, kurz CBT-I, als zentrale Behandlung. Sie verbindet verschiedene verhaltenstherapeutische und psychologische Ansätze, die sich gezielt mit Schlaf, Schlafgewohnheiten und schlafbezogenen Gedanken beschäftigen. [5] [6]

Zu den Bestandteilen können beispielsweise Stimuluskontrolle, eine gezielte Anpassung der im Bett verbrachten Zeit, Entspannungstechniken und die Arbeit an ungünstigen Gedanken und Erwartungen rund um den Schlaf gehören. [5]

Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie zur Insomnie bei Erwachsenen wurde 2025 aktualisiert und bewertet psychotherapeutische, medikamentöse und weitere Behandlungsoptionen. [6]

Wann sind Schlafmittel sinnvoll?

Schlaf- und Beruhigungsmittel können in bestimmten Situationen eingesetzt werden. Sie sollten bei chronischer Insomnie jedoch nicht grundsätzlich die erste Wahl sein. Insbesondere verschreibungspflichtige Benzodiazepine und sogenannte Z-Substanzen können Nebenwirkungen verursachen und bergen ein Abhängigkeitspotenzial. [7]

Eine medikamentöse Behandlung sollte deshalb ärztlich abgewogen und in der Regel zeitlich begrenzt werden. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Ursache, der Dauer und der individuellen Situation ab. [6] [7]

Wann sollte man Schlafprobleme ärztlich abklären lassen?

Gelegentliche schlaflose Nächte sind meist kein Anlass zur Beunruhigung. Wenn Schlafprobleme jedoch über längere Zeit bestehen, regelmäßig auftreten oder den Alltag deutlich beeinträchtigen, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. [1]

Das gilt besonders dann, wenn zusätzlich Hinweise auf eine andere Erkrankung bestehen – etwa nächtliche Atemaussetzer, starke Schmerzen, ausgeprägte psychische Beschwerden oder ungewöhnliche Bewegungen der Beine während des Schlafs. [1]

Wie werden Schlafstörungen untersucht?

Am Anfang steht meist ein ausführliches Gespräch über Schlafgewohnheiten, Beschwerden, Medikamente, Koffein- und Alkoholkonsum sowie mögliche körperliche oder psychische Ursachen. Ein Schlaftagebuch kann dabei helfen, Schlafmuster und mögliche Auslöser über einen gewissen Zeitraum sichtbar zu machen. Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen oder eine Abklärung in einem Schlaflabor sinnvoll sein. [1]

Fazit

Schlafstörungen können viele verschiedene Ursachen haben und sich sowohl auf die Leistungsfähigkeit als auch auf das körperliche und psychische Wohlbefinden auswirken. Entscheidend ist deshalb, nicht nur die einzelne schlaflose Nacht zu betrachten, sondern mögliche Auslöser und die Dauer der Beschwerden zu berücksichtigen.

Bei gelegentlichen Schlafproblemen können regelmäßige Schlafgewohnheiten, weniger Koffein am späten Tag, Entspannung und ein geeigneter Umgang mit Stress hilfreich sein. Bei einer anhaltenden Insomnie ist dagegen eine gezielte Behandlung sinnvoll. Die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie spielt dabei eine wichtige Rolle. [5] [6]

Quellen [+]

[1] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Schlafprobleme und Schlafstörungen (Insomnie). Aktualisiert 03. Juli 2024. https://www.gesundheitsinformation.de/schlafprobleme-und-schlafstoerungen-insomnie.html

[2] gesund.bund.de: Schlafstörungen. Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://gesund.bund.de/schlafstoerungen

[3] Centers for Disease Control and Prevention (CDC): About Sleep. 15. Mai 2024. https://www.cdc.gov/sleep/about/index.html

[4] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Was tun bei Schlafproblemen? Aktualisiert 03. Juli 2024. https://www.gesundheitsinformation.de/was-tun-bei-schlafproblemen.html

[5] American Academy of Sleep Medicine: Behavioral and psychological treatments for chronic insomnia disorder in adults: AASM clinical practice guideline. 2021. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7853203/

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): S3-Leitlinie „Insomnie bei Erwachsenen“, Version 2.0. Veröffentlicht 16. April 2025. https://www.awmf.org/aktuelles/awmf-aktuell/insomnie-bei-erwachsenen

[7] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Schlafstörung: Behandlung mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Aktualisiert 03. Juli 2024. https://www.gesundheitsinformation.de/schlafstoerung-behandlung-mit-schlaf-und-beruhigungsmitteln.html

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